„Meine Mutter war ein leiser Mensch, sie konnte sich zwischen den Möbeln unsichtbar machen, sich im Muster der Vorhänge verlieren, sich ohne Geräusche bewegen, als wäre sie gar nicht vorhanden…“ Zitatende
So beschreibt Eva Luna in dem gleichnamigen Buch von Isabel Allende ihre Mutter Consuelo.
Es war 2 oder 3 Uhr morgens, ich habe das Buch zur Seite gelegt, bin aus dem Bett gesprungen, ich musste rüber ins Atelier - das musste ich malen: Sie konnte sich im Muster der Vorhänge verlieren…
Die griechischen Naturphilosophen sahen 4 Elemente (Feuer, wasser, Erde, Luft) als Grundbestandteil allen Seins. Da es neben den vier Elementen vier Himmelsrichtungen, Jahreszeiten und Temperamente gibt, galt die Vier im Mittelalter als die Zahl des Irdischen, im Gegensatz zur Drei, der Zahl Gottes und der Trinität. Consuelo trägt 4 Perlen. Sie, die Vorhänge streben in alle 4 (Himmels)Richtungen.
Consuelo trägt, wie alle Menschen, diesen Grundbestandteil allen Seins in sich, zeigt auch deutlich gegensätzliche Eigenschaften, sie spiegelt eine der „Facettenkombinationen“ derer es mindestens so viele gibt wie Menschen auf dieser Welt. Bedenkt man, dass wir alle, dass einfach alles dieses unendliche „Eins“ verkörpert, dann kommt man zu dem Schluss, dass man, egal welcher „Kombination“ man gegenüber steht, in irgendeiner Form mit sich selbst konfrontiert ist, und ist es dann nicht klug, man lernt jede davon wertfrei zu betrachten?
Wertfrei hat mit Liebe zu tun – für mich pink, da ist Rot drin aber auch Blau, das männliche und das weibliche Element. Pink ist das Kleid, Pink sind die Vorhänge, 2 Vorhänge, wir leben auf einer polaren Ebene. Consuelo berührt beide Polare, in ihrer „Kombination“. Grün ist die Natur, das Grün ist Alles, kennt keine Grenzen. Gelb wird zu Gold, in der Geschichte der Farben immer dann, wenn das „Schöne“, das „Wertvolle“ gemeint sind. Es kann der „Heiligenschein“ sein der auch Consuelo umgibt, als etwas ganz Besonderes, wie es jeder Mensch ist, sein muss?!
Während der Zeit in der ich an diesem Bild gearbeitet habe, schaute ich mir einen „Gustav Klimt Film“ an, eine Szene kam mir später in den Sinn: Klimts Freundin Emilie Flöge, geht nach einem etwas heftigen Wortwechsel zur Tür, er hatte auf einem großen Bild Blattgoldblättchen zurecht gelegt, er ahnt Schreckliches, ruft laut: „Neiiin“! Sie knallt die Tür zu, unzählige hauchdünne Blättchen tanzen in der Luft.
Sie konnte sich im Muster der Vorhänge verlieren
Consuelo Eva Luna – Isabell Allende
110 x 160 cm 2006 Acryl auf Leinwand

